Die letzten Töne von Matthias Miersch

Seit wann bist du im Jazzchor Dresden und wie bist du auf ihn aufmerksam geworden?
(Rechnet mit dem fünfjährigen Geburtstag zurück) Oktober 2013, glaube ich. Aufmerksam geworden bin ich durch `ne Mitfahrgelegenheit, die ich von Dresden nach Hause hatte und die zufällig die Kommilitonin von Micha (Anmerkung: unserem Chorleiter) war und mich auf den Jazzchor Dresden gebracht hat. Ganz verrückt.

Welche Stimmgruppe hast du gesungen und hattest du Vorerfahrungen?
Ich wurde im Bass 1 aufgenommen. Ich wollte liebend gern eigentlich immer Sopran 1 singen, aber das durfte ich nicht. Vorerfahrungen hatte ich im Chorbereich noch keine, allerdings hatte ich schon zu Schulzeiten Stimmbildung, Gesangstraining, Theater, Ovatorium und Trällerei.

Wie war dein erster Auftritt mit dem Chor und welcher war das?
Da kam, glaube ich, erstmal lange nichts (Anmerkung: Gemeint ist hier nach dem Eintritt in den Chor) und dann müsste das eines unserer legendären Weihnachtskonzerte in den Brühlschen Terrassen gewesen sein, die – Soll ich es auch bewerten? – nach heutigem Stand ziemlich prähistorisch waren. Verrückt war das. Ich habe mich natürlich riesig gefreut, mal wieder auf der Bühne zu stehen, weil ich das lange davor nicht hatte. Es ließ aber musikalisch noch Luft nach oben, was wir aber ja zum Glück recht schnell dann eingeholt hatten.

Warum wirst du den letzten Auftritt nicht vergessen?
Mein letzter oder der noch folgende letzte Letzte? Ich glaub, ich mach Beides.
Berlin werde ich nicht vergessen, weil wir das erste Mal in großen Lettern irgendwo angekündigt wurden, was ziemlich cool war. Das war auch das erste Konzert im großen Raum außerhalb von Dresden. Ziemlich fett, ziemlich cool und quasi „Jazzchor Dresden International“, fast.
Mein allerletztes Konzert, was dann in ein paar Tagen sein wird, werde ich nicht vergessen, weil ich hoffentlich von Anfang bis Ende alles aufsaugen und einpacken kann und dann immer wieder raushole, wenn ich mich an schöne Stunden erinnern möchte.

Welches Ereignis wird dir besonders in Erinnerung bleiben?
CD-Aufnahme war ein ziemliches Highlight. Der Moment, als überraschender Weise eine hohe Bereitschaft an der Teilnahme an Probenwochenenden gezeigt wurde, das war ziemlich lustig. Ich glaub das letzte SING:X tatsächlich, alles in allem mit unserem Auftritt und die Zusammenarbeit mit dem Jazzchor Freiburg war ein krasses Highlight.

Wie hast du den Chor bereichert?
(lacht) Lange nur zur Probenzeit durch teilweise genervte Beiträge, entnervte Kommentare, ziemlich blödsinnige und sinnlose Kommentare und natürlich durch meinen ständigen Drang, Leute zu veräppeln. Und mit zunehmender Zeit einfach so im gesamten sozialen Gefüge durch Spaß, durch die Möglichkeit, sich auszutauschen, Zeug rauszulassen und Dampf abzulassen. (Frage an Nancy:) Ist das `ne gute Antwort? Ist das okay? (Antwort Nancy: Du kannst ja noch sagen, dass du noch moderiert hast.) Ja, aber das sind ja alles so Fakten, zählt ja nicht. Aber ja, moderiert habe ich dann auch noch ein paar Mal. Und Blogeinträge geschrieben. Uuuuuund mein Papa hat fünf Bilder von uns in Bad Elster gemacht. (lacht)

Ein paar Abschlussworte: Beschreibe deine Zeit beim Jazzchor Dresden in drei Adjektiven.
Was ist ein Adjektiv? (Antwort von Nancy: Na sowas wie „schön“.) Kannst du das bitte auch schreiben, dass ich das gefragt habe? (lacht)
Tief. (überlegt sehr lange, wirklich sehr lange!)
Bombortiös, da kann auch jeder selbst interpretieren, was das heißt. (überlegt nochmal kurz)
Ewig.

Das Interview führte Nancy Wenzel, Alt 2